Leitfaden Nahwärme

Die wichtigsten Fakten kurz erklärt


Nahwärme: So funktioniert das.

  • Nahwärme oder Fernwärme? Eine Begriffsklärung

Auf diese Wärme können Sie sich jederzeit verlassen

  • Ein paar technische Details

Ein System der kurzen Wege

  • Nahwärme ist ein guter Energieverwerter

So kommt die Wärme ins Haus

  • Anschlusskosten mit klarer Bemessungsgrundlage

So kommt die Wärme in Küche, Bad und Wohnzimmer

  • Was ist ein hydraulischer Abgleich?

Nahwärme verändert die Perspektive

  • Was steckt hinter dem "Tariflatein"

In 7 Schritten zumNahwärmeanschluss


Nahwärme: So funktioniert das.

Die Nahwärme kommt zu Ihnen wie das Wasser oder der Strom. Wie ein Wasser- oder Elektrizitätswerk speist auch die Heizzentrale der Nahwärme-versorgung ein Leitungsnetz. Es liegt unter der Straße, zweigt von dort ins Haus und liefert heißes Wasser. Die Rohre sind gut gedämmt, so dass die hohe Temperatur bis zur Übergabestation im Haus erhalten bleibt.

Diese Übergabestation sieht aus wie ein großer Sicherungskasten und ist normalerweise im Keller installiert. In ihr steckt ein Wärmetauscher, der die Wärme berührungslos an die Heizanlage in Ihrem Haus überträgt. Energie, die nicht abgenommen wird, läuft in die Heizzentrale zurück. Der alte Heizkessel und der Öltank werden nicht mehr gebraucht.

Und was ist mit dem warmen Wasser für die Dusche?
Selbstverständlich sorgt die Nahwärme auch dafür, dass in Bad und Küche das heiße Wasser fließt. Dafür können Sie den bestehenden Warmwasserspeicher oder ein Frischwassermodul der Nahwärme nutzen, das wie ein Durchlauferhitzer funktioniert.

Nahwärme oder Fernwärme? Eine Begriffsklärung

Nahwärme und Fernwärme: Beide Begriffe stehen für dasselbe Prinzip. Immer geht es um ein System, das eine (oder auch mehrere) Heizzentralen plus Rohrsystem nutzt, um viele Gebäude zuersorgen.

„Nahwärme“ bezeichnet hier vor allem Systeme, die auf regionale Rohstoffe und Wärmequellen setzen.  In der Regel handelt es sich um in der Kommune und in der kommunalen Wirtschaft fest verankerte Systeme.


Auf diese Wärme können Sie sich jederzeit verlassen

Niemand möchte gern im Kalten sitzen. Darum ist der Wechsel des Heizsystems ein heikles Thema. Kann man der Nahwärme wirklich vertrauen? Bekomme ich heißes Wasser, wann immer ich will?

Die kurze Antwort lautet: Ja. Die Nahwärme kennt weder Sommer noch Winter. Sie liefert zu jeder Jahreszeit und auch zu jeder Tageszeit. Je kälter es draußen ist, desto höher ist die Temperatur im Netz, um alle Häuser sicher zu versorgen. Die Heizzentralen sind technisch so ausgelegt, dass sie Spitzenzeiten locker abdecken (z. B. wenn morgens alle gleichzeitig duschen wollen) und sie sind mehrfach bestückt. Wenn ein Wärmeerzeuger gewartet wird oder repariert werden muss, springt ein anderer ein. Davon merken Sie als Wärmeabnehmer: Nichts.

Ein paar technische Details

  • Angepasste Netztemperatur: Die Netztemperatur wird vom Betreiber genau auf die Außentemperatur abgestimmt. Je nach Bedarf liegt sie zwischen 75 °C und 95 °C.
  • Laufzeit: Die Wärmeversorgung funktioniert 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr und so viele Jahre wie Sie möchten.
  • Effiziente Verteilung: Vor- und Rücklauf fließen nebeneinander in einem gedämmten Rohr. Das minimiert den Wärmeverlust.

Ein Sytem der kurzen Wege

Nahwärmesysteme setzen auf regionale Ressourcen und Rohstoffe. Sie nutzen z. B. Holzhackschnitzel aus dem örtlichen Sägewerk oder die Solarthermie-Anlage auf dem Dach der Sporthalle. Sie verwandeln bisher ungenutzte Potenziale in klimafreundliche Energie: die Abwärme aus der Produktion eines lokalen Unternehmens, die Restwärme des Abwasserkanals oder der Kläranlage. All diese Ressourcen werden dort verwertet, wo sie entstehen. Nur für die Spitzenzeiten nutzen manche Systemen einen konventionellen Gaskessel.  

Nahwärmenutzer heizen damit nicht nur klimafreundlichs, sie machen sich unabhängig von den schwankenden Öl- und Gaspreisen – und unterstützen gleichzeitig die regionale Wirtschaft.

Nahwärme ist ein guter Energieverwerter

Das sind die lokalen Energielieferanten für das Teninger Nahwärmenetz:  

  • Biogas-Blockheizkraftwerke
  • Holzpellets
  • Hackschnitzel
  • Solarthermie

So kommt die Wärme in den Keller

Von der Wärmeleitung unter der Straße führt eine Abzweigung durch die Hauswand in das Gebäude. Dafür bohren wir in etwa 80 cm Tiefe ein Loch in die Kellerwand, führen die Leitung hindurch und dichten den Rohreingang wieder ab.

Gleichzeitig montieren wir im Keller die Wärmeübergabestation. Dieser etwa 1 Meter breite, 1 Meter hohe und 40 cm tiefe Kasten ersetzt ab jetzt die komplette Heizung. Rohrleitung und Wärmeübergabestation werden fest veschweißt.

Damit ist ein geschlossener Kreislauf entstanden: Ihre Wärmeübergabestation wird vom heißen Wasser durchströmt. Sie übergibt die Wärme an das Wasser Ihres Heizkreislaufs. Ein geeichter und exakt kalibrierter Zähler erfasst die abgenommene Wärmemenge. Der Rest strömt zurück ins Netz. Durch den Schornstein geht keine Energie mehr verloren, wie es bei Gas- oder Ölkesseln der Fall ist.

 

Anschlusskosten mit klarer Bemessungsgrundlage

Anschlusskosten umfassen die Verlegung der Wärmeleitung von der Straße bis zur Montage der Übergabestation. Sie fallen einmalig an. Das heißt: Wer einen Nahwärmeanschluss gelegt hat, muss sich nie wieder um eine neue Heizungsanlage kümmern.

Zur ersten Bemessung der Anschlusskosten geht man von einer „Entfernungspauschale“ aus, das heißt: einer durchschnittlichen Entfernung von der Straße bis zum Haus. Die endgültige Festlegung erfolgt dann unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten.

Auch die Größe der Wärmeübergabestation bzw. die zu erwartende maximale Wärmeabnahme wirken sich auf die Anschlusskosten aus.


So kommt die Wärme in Küche, Bad und Wohnzimmer

An der Übergabestation endet die Nahwärme. Das hausinterne Heizsystem übernimmt. Jetzt brauchen Sie den Heizungsbauer Ihres Vertrauens. Er verbindet das hausinterne Vor- und Rücklaufrohr mit der Übergabestation. Und er führt einen hydraulischen Abgleich durch. Dieser Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper genau die richtige Wärmemenge bekommt.

Für die Warmwasserversorgung können Sie weiterhin wie gewohnt den Warmasserspeicher benutzen. Alternativ bietet die NWT eine sog. Frischwasserstation an, die wie ein Durchlauferhitzer funktioniert und ebenfalls an die Übergabestation angeschlossen wird.

 

Hydraulischer Abgleich: Was ist das?

Wer eine Zentralheizung besitzt, kennt das Problem: In den unteren Geschossen „brüllt“ der Heizkörper, auf dem Dachboden bleibt er kalt. Ein hydraulischer Abgleich dient dazu, jedem Heizkörper die richtige Energiemenge zuzuführen – ganz gleich wie weit er von der Wärmezentrale im Keller entfernt ist. So werden alle Räume zuverlässig auf die gewünschte Temperatur geheizt. Das sorgt für eine effiziente Nutzung der Energie.

Beim Einstieg in die Nahwärme-versorgung ist ein hydraulischer Abgleich notwendig. Da er im hausinternen Heizsystem stattfindet, ist er nicht Teil des Nahwärmeangebots. Er wird von einem Heizungsmonteur im Auftrag des Gebäudeeigentümers durchgeführt.


Nahwärme verändert die Perspektive

Nahwärme bedeutet: Umdenken. Es ist für manchen nicht leicht, sich von der „eigenen“ Heizung im Keller zu verabschieden. An die Leitung von außen muss man sich gewöhnen, bis man merkt: Es funktioniert.

Auch die Heizkosten-Rechnung sieht plötzlich anders aus. Die Öllieferung, die Wartungskosten, den Schornsteinfeger, die Reparaturen, die Neuanschaffung im Abstand von ca. 25 Jahren... all das gibt es nun nicht mehr. Stattdessen muss man sich an Anschlusspreis, Leistungspreis, Grundpreis und Verbrauchspreis gewöhnen. Gute Nahwärmelieferanten bieten darum ihren Kunden einen sogenannten Vollkostenvergleich an. Darin werden die Kostenfaktoren verschiedener Heizsysteme gegenübergestellt. Auf dieser Grundlage können Interessenten eine fundierte Entscheidung treffen.

Das steckt hinter dem "Tariflatein"

Jeder Betreiber eines Wärmenetzes erstellt ein Tarifsystem, das zu der jeweiligen Erzeuger- und Verbraucherstruktur passt. Darum unterscheiden sich nicht nur Tarife, sondern auch die Begrifflichkeiten. Einen verpflichtenden Standard gibt es nicht.

Diese Begriffe finden Sie in Rechnungen der NWT:

Anschlusspreis
Anschlusskosten entstehen, wenn das Wärmerohr von der Hauptleitung ins Haus gelegt und die Übergabestation montiert wird. Sie fallen einmalig an.

Leistungspreis
Der Leistungspreis steht für die Zusage, dass Sie jederzeit die maximale benötigte Leistung abrufen können. Der Posten umfasst auch Wartung und Modernisierung der Anlagen. Er fällt regelmäßig als Pauschalbetrag an.

Grundpreis
Messtechnik, Abrechnung, Kundenservice: All das wird mit dem Grundpreis abgegolten. Er fällt regelmäßig als Pauschalbetrag an.

Verbrauchspreis pro kWh
Der Verbrauchspreis spiegelt exakt die Menge der verbrauchten Energie. Gemessen werden die Kilowattstunden mit einem Zähler an der Übergabestation. Ähnlich wie bei der Stromabrechnung wird jeden Monat ein gemittelter Abschlag in Rechnung gestellt.

 


In 7 Schritten zum Nahwärmeanschluss

  1. Um das Angebot genau auf Ihren Bedarf abzustimmen, bitten wir Sie einige Informationen zu Wärmebedarf und Heizsituation zusammenzustellen.Füllen Sie die Checkliste "Waermebedarf" aus.
  2. Senden Sie die Chekliste digital an: waermebedarf@nahwaerme-teningen.de
    oder per Post an  die Nahwärmeversorgung-Teningen GmbH, Riegeler Straße 12, 79331 Teningen
  3. Sobald wir Ihren Bedarf ermittelt haben, senden wir Ihnen ein vorläufiges Angebot und vereinbaren einen Vor-Ort-Termin.
  4. Direkt vor Ort gehen wir mit Ihnen das Angebot durch und klären die letzten Wo- und Wie-Fragen.
  5. Nach Vetragsabschluss beginnt die Bauplanung. Zum festgesetzten Termin wird die Leitung in den Keller gelegt, die Übergabestation eingebaut.
  6. Sie beauftragen einen Heizungsfachmann mit dem Abbau der alten Heizung und dem hydraulischen Abgleich.
  7. Geschafft! Jetzt wird es warm.